Chronik des Club „Löstige Jonge“ 1951/58 Birkesdorf e.V.
 
 
Fängt man eine Chronik mit dem Wort „eigentlich“ an? Wahrscheinlich nicht. Aber der Werdegang des Club „Löstige Jonge“ ist anders als bei anderen Karnevalsvereinen.
Darum also doch!
Eigentlich wollten sechs junge Männer, die sich im September 1951 zusammensetzten, nur das Maibrauchtum wieder aufleben lassen, das einige Jahre vom Birkesdorfer Turnverein gepflegt wurde, aber seit 1949 nicht mehr stattfand.
Die sechs jungen Männer, es waren Günter v. Ameln, Ernst Effertz, Hans Glasmacher,
Leo Graf, Willi (Büb) Maubach und Willi Rosenzweig, trafen in der elterlichen Gaststätte von Büb Maubach zusammen und gründeten kurzerhand den Junggesellenverein „Löstige Jonge“.
Dabei ging es den sechs um eines: „Es gab damals im Dorf sehr viele hübsche Mädchen, die man versteigern konnte. Das und die damit verbundenen Bälle brachte Geld in die Kasse und das brauchten wir.“
Auf die Frage: „Was wolltet Ihr denn mit dem Geld anfangen?“ kam die prompte Antwort: „Jeck, mir hotte Duésch, ävve kee Jeld!“ (Für die ‚Hochdeutschen’ „Dummkopf, wir hatten Durst, aber nie Geld“).
Nun, wenn man bedenkt, dass damals ein Familienvater einen Stundenlohn von etwa
1,20 DM hatte, kann man sich denken, dass ein Junggeselle etliches weniger bekam.
Aber feiern wollten die Menschen, sie wollten leben, sich vergnügen. Immerhin war der große Krieg, der soviel Leid gebracht hatte, erst sechs Jahre vorüber. Allenthalben sah man noch seine Spuren und man darf nicht vergessen, dass viele Familienväter und junge Menschen noch in Russland in Arbeitslagern leben mussten.
Doch zurück, zu unseren sechs wackeren Junggesellen.
Jeder Verein hat eine Satzung. In ihre schrieben sie, dass ihre Zielsetzung das Wiederaufleben der Maibräuche und die Durchführung der damit verbunden Bälle war.
Das stand zwar nicht in der Satzung, aber im leider verschollenen Protokollbuch aus den Gründungsjahren steht jedes Mal der Satz: „Der Überschuss betrug so und soviel DM, davon bekam die Feuerwehr  x DM für den Saaldienst, der Rest wurde vertrunken!“
Ob viel Gewinn gemacht wurde, sei dahingestellt, aber den Junggesellen reichte es.
Die Mitgliederzahl des Vereins wuchs schnell an. Um auch außerhalb der Maizeit den Zusammenhalt zu fördern, beschloss man schon bald, auch in der „fünften Jahreszeit“ eine Veranstaltung durchzuführen.
Am 11.11.1953 hielt man in der Gaststätte Röder im Weidenpesch einen Bunten Abend mit karnevalistischen Einlagen ab, der für den Junggesellenverein ein toller Erfolg war. Besondere Erwähnung verdient hier das „Edelweiß – Quartett“, dem Ernst Effertz, Hans Glasmacher, Leo Graf und Herbert Schwalbach angehörten. Wie gut diese Sängergruppe war, kann man daran sehen, dass ein Musikagent sie unter Vertrag nehmen wollte. Doch die vier jungen Männer lehnten ab, da ihnen das damit verbundene Risiko zu hoch war, sie wollten lieber über ein beruflich gesichertes Einkommen verfügen.
Das Jahr 1954 war für den Verein bedeutsam. Mit Prinz Willi I. (Büb Maubach) bestieg zum ersten Mal ein Mitglied des Junggesellenvereins den närrischen Thron in Birkesdorf. Im gleichen Jahr gelang es dem Verein, wenn auch mit einigen Schwierigkeiten, in die Interessengemeinschaft Birkesdorfer Ortsvereine aufgenommen zu werden.
Maikönigspaar wurden Matthias Lauf und Käthe Glasmacher. Dazu eine kleine Anekdote:
Als die Löstige Jonge das Königspaar zuhause abholte, geschah das natürlich brauchtumsgemäß mit dem Absingen von Mailiedern und mehr oder weniger guten Ansprachen. Dann warteten natürlich alle auf die Rede des Königs. Die kam auch. Matthias Lauf blickte ruheheischend in die Runde und sprach dann zur gespannt lauschenden Menge. Es war die vermutlich kürzeste Thronrede, die jemals gehalten wurde. Er sagte: „Auf zu Edgar!“ Und das war alles, nicht mehr und nicht weniger. In Edgar´s Kneipe an der Ecke Zollhaus- Pfarrer Rody Straße floss dann das Bier in Strömen.
 
 
 
 
Da in ganz Birkesdorf kein geeigneter Saal für das Abhalten des Maiballes gefunden werden konnte, fuhren die Löstige Jonge samt eigener Tanzkapelle mit dem Bus nach Münstereifel. Im dortigen Saal kam es dann zu Zusammenstößen mit den einheimischen Junggesellen. Dabei gab ein Wort das andere und was dann passierte, darüber schweigen sich die Beteiligten bis zum heutigen Tag aus. Nur soviel ist bekannt, dass am nächsten Tag einige Löstige Jonge gegen Bezahlung des entstandenen Sachschadens bei der Polizei „ausgelöst“ werden mussten. Darüber hinaus soll der Verein „Stadtverbot“ bekommen haben.
Aber schön sei es trotzdem gewesen.
1955 stand für den Maiball wieder ein geeigneter Saal zur Verfügung. Weil im vergangenen Jahr der Bunte Abend ein so großer Erfolg war, gestalteten die Löstige Jonge am 11.11. eine erste Kappensitzung im Saal Halfenberg. Wie alles, was die Junggesellen damals anfingen, war auch dies wieder sehr erfolgreich. Aufgrund dieses Erfolges und weil nur noch wenige Vereinsmitglieder unverheiratet waren, darüber hinaus sich der Zeitgeschmack wandelte, überlegte man, was die zukünftigen Aktivitäten sein sollten. Für Maibräuche interessierten sich nur noch sehr wenige.
Das letzte Maifest feierte man 1957 und es war gerade kostendeckend. Folgerichtig wandelte sich der Junggesellenverein 1958 zu einer reinen Karnevalsgesellschaft. Er legt sich den Namen Club „Löstige Jonge“ 1951/58 Birkesdorf zu. Aber warum „Club“ und nicht Karnevalsverein?
Nun, somit sollte gewährleistet sein, dass die Anzahl der Mitglieder 22 Personen nicht überschritt. Diese Zahl wurde auch in der ersten Satzung festgeschrieben. Erst wenn diese Zahl unterschritten wurde, konnte ein „Nachrücker“ Mitglied werden. So gab es eine Warteliste, die von Jahr zu Jahr länger wurde. Als man sich 1964 zu einer Satzungsänderung durchrang, vervielfachte sich die Mitgliederzahl sprunghaft.
1959 bestieg Günter I. (v. Ameln) als zweites Mitglied des Vereins den närrischen Thron in Birkesdorf. Weitere Prinzen aus den Reihen des Club „Löstige Jonge“ waren 1962 Prinz Büb I. (Gabriel Faust), 1963 Günter II. (Stolz), 1966 Peter II. (Klösgen), 1967 Martin I. (Braun),
1968 Leo I. (Kather) und 1969 Otto I. (Euchner).
Aber zurück zum Jahr 1959. Unter Präsident Jakob Becker hielt der Verein seine erste große Prunk- und  Galasitzung ab. In den folgenden Jahren begann dann die hohe Zeit der Aktiven aus den eigenen Reihen.  Neben dem Edelweiß – Quartett traten zum ersten Mal Büttenredner wie Fritz Hageler, Leo Graf, Hans Peter Acker, die unvergessene Käthe Lauf und andere auf.
Somit war man durchaus in der Lage, eine Sitzung mit eigenen Kräften zu gestalten. Daher sagten die       Löstige Jonge sofort zu, als 1960 die Geschäftsleitung der Anker – Teppichfabrik anfragte, ob der Club in der Lage und willens sei, im Blinden Altenheim eine Sitzung zu gestalten. Daraus entstand dann eine Beziehung, die bis  heute andauert. In den vergangenen 45 Jahren waren die Löstige Jonge 43 Mal im Hause des Rheinischen Blindenfürsorge Vereins. Lediglich einmal in den siebziger Jahren – der damalige Leiter war nicht bereit, den Termin um einen Tag zu verschieben – und anlässlich des ersten Golfkrieges fielen diese Sitzungen aus, so dass   auch hier ein närrisches Jubiläum ansteht: 44 Mal den Blinden und alten Menschen Freude bereiten.
Jeder Verein hat eine Standarte, besonders, wenn er sich dem „jecken“ Brauchtum verschrieben hat. Daher waren   die Löstige Jonge begeistert, als ihnen ihr langjähriger Freund und Förderer Jupp Garding, genannt „Pat Ühm“ 1961 großherzig eine Standarte stiftete, die entsprechend feierlich geweiht wurde.
1962 trat das ein, mit dem keiner der Gründer gerechnet hatte: Der Verein wurde elf Jahre alt, erst als Junggesellen- nun als Karnevalsverein. Es wurde natürlich entsprechend gefeiert. Doch wieder gab es Stimmen, die meinten:  „Ävve die 22 Joahr schaffe se net!“ (Aber die 22 Jahre schaffen sie nicht!)
Doch wuchs die Zahl der Mitglieder kontinuierlich. Als dann 1964 endlich der leidige Passus in der Satzung mit   der Beschränkung auf 22 Personen fortfiel, stieg die Anzahl der Mitglieder auf ein Vielfaches. Es wurde Zeit, sich  um die Aufnahme ins Vereinregister zu bemühen und noch im gleichen Jahr durfte der Club „Löstige Jonge“  1951/58 Birkesdorf den Zusatz e.V. führen, denn sie waren unter der Nummer 616 ins Vereinsregister des Amtsgerichts Düren eingetragen worden.
 
 
Durch den Anstieg der Mitgliederzahl bildeten sich Gruppen wie das Männerballett um die „Primadonna“ Willi Conrads und die Katzbachlerchen unter der Leitung von Bernd Hamacher, die den Verein auch über die Kreisgrenzen hinaus bekannt machten.
Damals arbeiteten die Karnevalsgesellschaften noch eng miteinander nach dem Motto
„Gibst du mir deine Programmnummer, kriegst du meine!“ Und da die Freizeitangebote damals wesentlich geringer waren als heute, waren die Sitzungen im Saal Halfenberg immer ausverkauft. Manche Besucher mussten  abgewiesen werden, weil einfach kein Platz mehr zur Verfügung stand.
Dann kam ein herber Rückschlag. 1969 schloss die Gaststätte Halfenberg, so dass die Löstige Jonge ihre Sitzung  1970 im Pfarrsaal und 1971 in der Vereinsgaststätte Hans Schall abhalten mussten. Doch sah der Verein mit Optimismus in die Zukunft und bewarb sich um Aufnahme in den Regionalverband Düren des Bundes Deutscher Karneval. 1971 wurden die Löstige Jonge Mitglied in dieser Organisation.
Schon seit längerem hatte die damals noch selbständige Gemeinde Birkesdorf den Bedarf an einer Festhall erkannt und den Bau in die Wege geleitet. 1972 war es dann so weit. Als erster Karnevalsverein richtete der Club „Löstige Jonge“ seine Galasitzung in der neuen Halle aus. Dabei hatten sie mehr als 500 Zuschauer, eine Zahl, die in den folgenden Jahren noch anwuchs. Da die Bestuhlung in der Festhalle nicht ausreichte, wurden Zeltgarnituren herangeschafft, um allen Zuschauern einen Sitzplatz anbieten zu können. Doch wurde diese Unbequemlichkeit gerne in Kauf genommen. Die große Ära mit Egon Dupont als Programmleiter begann. Dem Wunsch der Zuschauer entsprechend gestaltete er die Sitzungen vermehrt mit Größen aus dem rheinischen Karneval. In enger Zusammenarbeit mit der Agentin Gerti Vogt gelang es ihm, Akteure zu verpflichten, die von Funk und Fernsehen bekannt waren. Aber auch aufstrebende Künstler, die in späteren Jahren zu den ganz großen gehören sollten,  wurden zu den Sitzungen engagiert. Ich denke dabei an Bernd Stelter oder den „Bergische Jong“. Sehr viel Spaß bereiteten auch die Auftritte von Arthur Breitkopf, einem hervorragenden Redner, der aber nur knapp 1,60 m groß war. Der Gag bestand darin, dass der lange Egon den kleinen Arthur am Händchen auf die Bühne geleitete.
Doch zurück zum Jahr 1972. Zum ersten Mal veranstaltete der Club eine Kindersitzung. Damit wurde der Grundstein gelegt, dass heute etwa 30 % der Mitglieder der Löstige Jonge Kinder und Jugendliche sind. Somit  besteht eine gute Gewähr, dass unser Karnevalsbrauchtum nicht ausstirbt.
Durch die Größe der Bühne gelangten auch die Katzbachlerchen auf den Höhepunkt ihrer Parodien. Unvergessen  ist zum Beispiel, als der damalige Vorsitzende Büb Faust in der Maske von Willy Brandt mit einem Heiligenschein auf die Bühne kam. Der Heiligenschein war eine runde Neonröhre, die auf dem Rücken befestigt, über Bübs Kopf schwebte und mittels eines langen Kabels, Strom bekam. Oder Josef Hall, der als Prinzessin Anne von England verkleidet die Worte sprach: „Thank you very please!“ Seitdem rätselt eine ganze Generation von Anglisten, was   Ihre königliche Hoheit damit wohl gemeint haben könnte.
1973 feierte der Club in der Festhalle sein 22-jähriges Bestehen mit einem Festkommers und vielen Gästen. Dieses  Mal war niemand, der ein baldiges Ende des Clubs voraussagte. Im Gegenteil, man war optimistisch wie nie zuvor.
Im folgenden Jahr trat der Club „Löstige Jonge“ dem Festkomitee Dürener Karneval bei. Damit war der Weg frei  für Peter Viehöver, der in der Session 1976/77 als Peter III. erster Prinz Karneval aus den neuen Stadtteilen wurde. Die Löstige Jonge bauten ihm nach den Plänen von Willi Nüßer einen fantastischen Prinzenwagen, der beim  Umzug am Orchideen – Sonntag in Düren großes Aufsehen erregte.
1977 begann man mit den befreundeten „Närrischen Norddürener“ eine gemeinschaftliche Damensitzung, die sich  bei den Damen großen Zuspruchs erfreute.
Schon 1974 hatten die Löstige Jonge zusammen mit der Birkesdorfer KG „Grieläächer“ die Altentagesstätte und die beiden Kindergärten besucht. Als dann 1978 die Stadt Düren eine Seniorensitzung für die älteren Mitbürger aus  den Stadtteilen Birkesdorf, Mariaweiler, Hoven und Echtz ausrichtete, waren sie sofort dabei. Diese Sitzung gehört auch jetzt noch zum festen Jahresprogramm. Wenn auch der Besuch der Kindergärten fortgefallen ist, besuchen die drei Birkesdorfer Karnevalsvereine immer noch die Altentagesstätte. Anschließend treffen sich dann die „Löstige Ackerläächer“ zu einer gemütlichen Runde und pflegen so die Freundschaft untereinander.
1978 war aber auch ein Jahr, das die Löstige Jonge nicht so schnell vergessen. Durch Streit zwischen einigen Vorstandsmitgliedern und dem Kommandanten der Husarengarde, einer Jugendabteilung innerhalb des Clubs, kam es zu einer Trennung dieser Garde vom Verein. Dabei verloren die Löstige Jonge auch ihr Gründungsmitglied Leo Graf, der sich auf die Seite der Jugendlichen stellte. Damals bedachte niemand im Verein, dass sich das langfristig auswirken würde. Denn es fehlte einige Jahre danach der „Mittelbau“, die 20 bis 40-jährigen Mitglieder. Erst viele Jahre später erreichte man wieder eine gesunde „Alterspyramide“.
Man kann sagen, dass der Verein einige Jahre stagnierte. Daran änderte auch die „Palastrevolution“ 1982 nichts. Nach langem Hin und Her beschloss man, den Damen, die sich schon lange Zeit für den Club eingesetzt hatten, die Vollmitgliedschaft anzubieten. Die bedankten sich mit der Gründung einer Frauentanzgruppe. 2004 feierte diese Gruppe als „Löstige Rursterne“ ihr 22-jähriges Jubiläum. Sie sind in den Jahren seit der Gründung weit über die Kreisgrenze bekannt geworden und traten sogar in Metz (Frankreich) mit sehr viel Erfolg auf.
1984 feierte der Club „Löstige Jonge“ sein 33-jähriges Jubiläum mit einer Mitternachtsschau in der Festhalle und hatte dabei beste Kritiken aller Zuschauer.
In der Session 1984/85 wurde die Tochter des Gründungsmitgliedes und Ehrenvorsitzenden Büb Maubach, Kinderprinzessin Heike I. in der Stadt Düren. In dieser Session hatte der Verein nur noch eine Juniorengarde, die gegebenenfalls auch als „große“ Garde einspringen musste. Hier half nun Heike. Sie sprach Freundinnen und Freunde an, um sie zum Mitmachen zu animieren. Und sie hatte großen Erfolg. Aus den neu hinzugekommenen Mädchen und Jungen wurde die Schautanzgruppe, unter Leitung von  Egon Dupont, gebildet, die in späteren Jahren sowohl in den rheinischen Karnevalshochburgen als auch im Niederrheingebiet, in Benelux und Frankreich die Stadt Düren und den Club „Löstige Jonge“ außerordentlich gut vertrat.
Auf Anregung des damaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Büb Maubach veranstaltete der Club zum ersten Mal 1984 ein Grillfest im Rurpark und belebte damit eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.
1987 gestalteten die Löstige Jonge im Schenkel – Schöller – Stift einen karnevalistischen Frühschoppen. Daraus entwickelte sich 2000 eine regelrechte Sitzung, die auch heute noch stattfindet.
Im Jahre 1988 legt sich der Club eine neue Standarte zu, die in sehr ansprechender Form auf das Brauchtum hinweist.
Ab dem folgenden Jahr gestaltet der Verein mit fünf anderen Karnevalsgesellschaften für fünf Jahre eine Gemeinschaftssitzung in der Landesklinik, um auch den geistig Behinderten eine Freude zu machen.
Schon seit längerem war der damalige Schriftführer der Stiftung europäischer Karnevalsstädte (FECC), Marco  Fricke, an den Club herangetreten, um ihn als Mitglied zu werben. 1990 trat der Verein dieser Organisation bei  und knüpfte damit viele Kontakte zu Karnevalsfreunden in Benelux und Frankreich sowie im Niederrheingebiet.
Der erste Golfkrieg brachte für viele Karnevalsgesellschaften einen herben Rückschlag. Aufgrund von Drohungen irgendwelcher Spinner sollten sie auf ihr Brauchtum verzichten und alle Veranstaltungen ausfallen lassen. So wurden sie, die den Menschen Freude bereiten wollten zum Sündenbock für verfehlte Politik gemacht. Die Löstige Jonge  hatten Glück. Sie konnten die Gala- und Kindersitzung noch vor Kriegsausbruch durchführen. Auch die gemeinschaftliche Damensitzung mit den Närrischen Norddürener fand statt. Dabei gelang dem Präsidenten Ude Ruland ein großer Lacherfolg. Da das Prinzenpaar Dieter I. und Prinzessin Irmgard I. (Imdahl) aufgrund von Drohungen nicht zu dieser Sitzung gekommen waren, hatte das Präsidium des Festkomitees Dürener Karneval, Franz Josef Vois, Hans Klein und Heinz Sures, den Mut gefunden, zu den Damen zu kommen. Ude Ruland hatte  die drei Herren mit der Garde der Närrischen Norddürener auf die Bühne kommen lassen. Nachdem Franz Josef  Vois eine sehr gute Ansprache gehalten hatte, tanzte die Garde. Anschließend verabschiedete Ude Ruland Garde und Festkomitee mit den Worten: „Wir verabschieden die Garde der Närrischen Norddürener und gleichzeitig verabscheuen wir das Festkomitee!“ Bums, da war es passiert. Der Saal stand vor Lachen Kopf. Aber die drei  Herren nahmen das Ganze mit Humor.
Im gleichen Jahr fand auch die Jahreshauptversammlung des FECC, Sektion Deutschland, in Düren statt, wobei  sich die Teilnehmer sehr angetan von der Stadt Düren zeigten.
1992 legte der langjährige 1. Vorsitzende des Club „Löstige Jonge“ sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde Dirk Schumacher gewählt. Nachdem bereits 1990 Karl-Heinz Hürlimann zum Schatzmeister und 1991 Jochen Michna zum Geschäftsführer gewählt worden waren, hatte der Club den vermutlich jüngsten Geschäftsführenden Vorstand mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren im Bereich des Regionalverbandes Düren.
Mehrere Jahre schon hatten die Löstige Jonge nach einer Heimstatt gesucht. Endlich zeigte die Stadt Düren unter Bürgermeister Josef Vosen ein Einsehen und stellte dem Verein ein Leerstehendes städtisches Haus im Weidenpesch zur Verfügung. Nach vielen Stunden Eigenleistung, das Haus war völlig heruntergekommen, konnte das  Vereinsheim am 8. Mai 1993 nach Einsegnung durch Pfarrer Naphausen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Endlich war der Club in der Lage, sowohl seinen Fundus als auch sein Archiv zentral zu lagern. Daneben wies das Haus einen kleineren Versammlungsraum, sowie eine gemütliche Bar auf, deren Theke vom Vereinsmitglied Willi Nüßer entworfen und gebaut worden war.
1995 feierte der Club „Löstige Jonge“ den 44. Jahrestag seiner Vereinsgründung im evangelischen Gemeindezentrum Birkesdorf. Als Laudator wurde der Präsident des Festkomitees Dürener Karneval, Franz Josef Vois gewonnen. der  in einer ganz persönlichen Rede die Zeit der Vereinsgründung ansprach. Beim Festkommers wurden Büb Faust   zum Ehrenvorsitzenden und Gründungsmitglied Ernst Effertz zum Ehrenmitglied ernannt. Zum Ausklang des Festes wurden mit einer kleinen Karnevalssitzung Gäste und Mitglieder unterhalten. Alle fanden, es sei ein großer Erfolg gewesen.
Da die nicht mehr aktiven Mitglieder klagten, der Verein würde zu wenig für sie tun, entschloss sich der Vorstand, einmal im Monat einen sonntäglichen Frühschoppen anzubieten, damit die „alten“ Mitglieder ihre Wünsche äußern konnten. Da gerade von den Zielpersonen keine Resonanz kam, schlief diese Veranstaltung allerdings nach einigen Monaten wieder ein.
In der Session 1995/96 wurden Nancy und Hans Peter Schneppenheim, beide Mitglieder der „Löstige Jonge“, Prinzenpaar in Düren. Federführend dafür ist die KG Südinsulaner, aber der Club war doch mächtig stolz auf die beiden.
Im gleichen Jahr 1995 gelang der Schautanzgruppe bei der Vorentscheidung zur Närrischen Hitparade des WDR in Euskirchen einen hervorragenden zweiten Platz zu erringen.
1996 stellte die Stadtsparkasse Düren ihre Räumlichkeiten für eine Selbstdarstellung dem Club „Löstige Jonge“ zur Verfügung. Die von Peter Viehöver liebevoll zusammengestellten Ausstellungsstücke fanden bei der Bevölkerung große Beachtung.
Die Leiterin der Wohnstätte für geistig Behinderte an der Merzenicher Straße trat 1997 mit einer Bitte an den Verein heran. Ihre Bitte war, auch den Bewohnern ihres Hauses etwas Karnevalistisches zu bieten. Da die Räumlichkeiten sehr beengt sind, kann der Club nur Einzel- und Paartänze anbieten. Ude Ruland übte mit den Behinderten kleine Büttenreden ein. Der Nachmittag wurde ein großer Erfolg und die „Löstige Jonge“ bekamen viele neue Freunde. Auch in den kommenden Jahren ist der Besuch des „Lilalaunehauses“ ein fester Programmpunkt im Kalender des Clubs.
Da das jährliche Sommerfest im Rurpark für nur einen Tag sehr viel Aufwand erfordert, regte der 1. Vorsitzende Dirk Schumacher an, das Fest um einen Tag zu verlängern. Seit 1998 wird es samstags und sonntags durchgeführt und der Erfolg gibt Dirk Recht.
Schon seit längerem sind die Eltern des 1. Vorsitzenden, Nelli und Ludwig Schumacher ehrenamtliche Betreuer im Altenheim des Marienklosters in Niederau. Als die Heimleitung an die beiden herantritt und darum bittet, ob die „Löstige Jonge“ eine Sitzung gestalten könnten, wird sofort zugesagt. Seit 1998 ist auch diese eine feste Einrichtung im Terminplan geworden.
Bei ihren Auftritten in Metz hatte der Verein die Föderation Europäischer Narren kennen gelernt, kurz FEN. Um der Schautanzgruppe noch mehr Auftritte zu verschaffen, vor allem im grenznahen Ausland und im Raum Aachen, beschloss der Club 2000 Mitglied zu werden. Dadurch konnten noch mehr Kontakte geknüpft werden.
Es ist ja bekannt, dass wegen fehlendem Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosenzahlen die öffentlichen Kassen leer sind. Das ist auch in Düren so. Um einigermaßen über die Runden zu kommen, sah sich die Stadt gezwungen, Immobilien zu verkaufen und zu sparen, wo es nur ging. In diesem Zusammenhang machte Bürgermeister Paul Larue deutlich, dass kein Weg daran vorbeiführe, das Vereinsheim zu verkaufen. Da der Club nicht in der Lage war, soviel Geld aufzubringen, wurde in Petitionen an den Rat und in vielen Einzelgesprächen mit dem Bürgermeister versucht, wenigstens einen Mietvertrag zu erreichen. Ende 2002 stimmte der Stadtrat zu. In Absprache mit dem Liegenschaftsamt konnte der Club in Eigenleistung den Keller sanieren und die erste Etage umbauen.
Bei der Seniorensitzung in Birkesdorf trat ab 2003 eine Änderung ein. Hatten bisher die drei Birkesdorfer Präsidenten je ein Drittel der Sitzung geleitet, sprach man sich untereinander ab, dass ab sofort ein Verein in eigener Verantwortung das Programm zusammenstellen sollte, zumal noch Karnevalsgesellschaften aus Merken, Hoven und Mariaweiler dazustießen. Unter der Programmleitung von Dirk Schumacher wurde die Sitzung von Ude Ruland präsidiert.
 
Weil es als störend für den Programmablauf bei der Galasitzung empfunden wurde, wenn der Präsident „pöpelwieß“ die Orden an Vereinsmitglieder verteilte, richtete 2003 der Verein erstmalig einen Ordensappell am Tage nach einem Bunten Abend aus. Dabei hatte er viel Erfolg. Damit wird auch innerhalb des Vereins der Zusammenhalt gefördert.
Indirekt erfuhr der Verein im gleichen Jahr eine hohe Auszeichnung. Auf Vorschlag des Rheinischen Blindenfürsorge Vereins und der Aktion Lebenshilfe wurde der Präsident Ude Ruland für sein Eintreten für Randgruppen unserer Gesellschaft geehrt. Das wäre ohne den Club „Löstige Jonge“ nicht möglich gewesen. Übrigens wurde an diesem Tag, am 19.07.2003 zum ersten Mal ein „Fastelovendsjeck“ geehrt.
2004 musste der Pächter der Festhalle Insolvenz anmelden. Damit war unklar, wo die Birkesdorfer Vereine in Zukunft ihre Veranstaltungen abhalten konnten. Doch konnte fast im letzten Moment ein neuer Pächter gefunden werden, sodass 2005 die Galasitzung gesichert war.
Eine Würdigung erfuhr der Club „Löstige Jonge“ auch beim Neujahrsempfang der Stadt Düren im Winkelsaal des Schlosses Burgau. Der Verein wurde für sein soziales Engagement vom Bürgermeister besonders erwähnt.
Schließlich wurde 2005 auch die neue Satzung verabschiedet, nachdem bei der ersten Abstimmung nicht genügend stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren.
Der Club „Löstige Jonge“ 1951/58 Birkesdorf e.V. geht in sein 55. Jahr. Höhen und Tiefen hat es auf dem Weg gegeben. Doch mit Optimismus und manchmal harter Arbeit gelang es immer wieder, das Steuer herumzureißen. Im Jubiläumsjahr hat der Verein rund 220 Mitglieder, davon sind etwa 70 unter 18 Jahren.
Die Kinder und Junioren sind vertreten mit einer Bambinogarde, einer Kindergarde, einer Juniorengarde, einem Kinder- und einem Juniorenmariechen.
Die Erwachsenen sind vertreten mit Mariechen, Frauenballett „Die Löstige Rursterne“, der Schautanzgruppe und einem sehr aktiven Elferrat.
Jährlich stehen auf dem Programm die Galasitzung, die Kindersitzung, Seniorensitzungen im Marienkloster, im Schenkel-Schöller-Stift, beim Blindenfürsorgeverein und in der Wohnstätte für geistig Behinderte. Dazu kommt die Teilnahme an der Seniorensitzung, die die Stadt für Mitbewohner aus Birkesdorf, Mariaweiler, Hoven und Merken durchführt.
55 Jahre ist der Verein alt, der eigentlich ein Junggesellenverein war und sich dann zu einer Karnevalsgesellschaft wandelte.
Damit wäre die Chronik eigentlich beendet, doch sie wäre unvollständig ohne die bisherigen Vorsitzenden und Präsidenten zu nennen.
 
Vorsitzende waren:
1951   -   1954   Willi (Büb) Maubach
1955   -   1960   Gabriel (Büb) Faust
1961   -   1962   Hans Montjean
1963   -   1969   Martin Braun
1970   -   1981   Gabriel Faust
1982   -   1982   Jakob Becker
1983   -   1987   Willi Maubach
1988   -   1992   Gabriel Faust
1992   -   2010   Dirk Schumacher
seit 2010 Ulrike Rode
 
 
 
 
 
Präsidenten waren:
1955   -   1958   Willy Graf
1959   -   1960   Jakob Becker
1961   -   1962   Willi Rosenzweig
1963   -   1965   Günter v. Ameln
1966   -   1967   Martin Braun
1968                                          Bernd Hamacher
1969                                          Klaus Keller
1970   -   1975   Peter Viehöver
1976   -   1978   Josef Hall
1979   -   1984   Peter Viehöver
1984                  Josef Hall
1985   -   1989   Peter Viehöver
1990   -   2011  Ude Ruland
seit 2011  Dunja Bezani